Marktpotenzial für studentisches Wohnen

Die Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist angespannt. Aufgrund fehlender Wohnheimplätze konkurrieren Studenten mit berufstätigen Mietern um „reguläre“ Wohnungen. Gleichzeitig sind die Mietpreise in vielen Großstädten, aber auch in vielen Universitätsstädten, in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Gerade Studenten leiden unter dieser Entwicklung. Von 2010 bis 2015 stieg die durchschnittliche Wohnungsmiete in den dreißig größten Hochschulstädten um mehr als 16 Prozent. Der durchschnittliche Einkommenszuwachs bei Studenten betrug im gleichen Zeitraum nur 7 Prozent (Quelle: Analyse: Studentisches Wohnen, Juni 2015, Savills).

Gerade bei den Wohnungen, die für eine Mehrzahl an Studierenden in Frage kommen – 30 Quadratmeter, Einbauküche und maximal anderthalb Kilometer von der Uni entfernt – ist der Preisanstieg im Vergleich zum Gesamtmarkt besonders eklatant.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, Immobilienscout24


Laut dem aktuellen Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und DREF leiden Studierende aber nicht nur unter steigenden Mietpreisen, sondern auch unter einem massiven Angebotsdefizit. So geht die Schere von in Frage kommenden Angebotsinseraten und der Anzahl an Studienanfängern in vielen Städten immer weiter auseinander (Entwicklung, Index: 2010=100).

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, Immobilienscout24

 

Wie groß ist die Versorgungslücke?

Die steigende Nachfrage und das knappe Wohnraumangebot für Studenten sorgen für eine erhebliche Versorgungslücke bei studentischem Wohnraum in Deutschland. Aus Sicht der Deutschen Studentenwerke sind bis 2020 mindestens 2,25 Milliarden Euro für den Bau und die Sanierung von Wohnheimen sowie Mensen und Cafeterien notwendig. Dabei entfallen 1,6 Milliarden Euro auf 25.000 zusätzliche und preisgünstige Wohnheimplätze.

Gerade im mittleren Preissegment mit Mieten zwischen 300 und 450 Euro liegt die Versorgungsquote allerdings bei nur 5 Prozent. Auch unter Berücksichtigung der momentan in Planung und Bau befindlichen Wohnheimplätze zeichnet sich nur ein Anstieg auf 6 Prozent ab. (Quelle: Analyse: Studentisches Wohnen, Juni 2015, Savills). Diese Angebotslücke schafft eine attraktive Möglichkeit für private wie institutionelle Investoren, gleichermaßen in Infrastruktur wie in Bildung zu investieren.


Studenten Marktpotential


Wie stark setzen Investoren auf Studentisches Wohnen als Assetklasse?

Studentisches Wohnen hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Märkten als eine attraktive Assetklasse etabliert. In UK betrug das Investmentvolumen 2015 über 6,5 Milliarden Pfund (Quelle: JLL-Analyse, März 2016).

Zunehmend entdecken die Investoren auch den deutschen Markt. In Deutschland wurde 2015 mit 525 Millionen Euro fast doppelt so viel investiert als noch im Vorjahr und damit das höchste bis dato registrierte Transaktionsvolumen erzielt (Quelle: JLL-Analyse, März 2016). Diese Dynamik spiegelt sich auch in der zunehmenden Vielseitigkeit der Käufergruppen wider. Neben eigentümergeführten lokalen Investoren sind immer mehr institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionsfonds oder Spezialfonds sowie internationale Asset- und Fondsmanager aktiv, die mit dieser Assetklasse ihr Portfolio diversifizieren und neue Renditechancen erschließen möchten.