Studentenzahlen in Deutschland

Im Wintersemester 2015/2016 hat die Zahl der Studenten in Deutschland einen neuen Höchstwert erreicht. An deutschen Hochschulen sind fast 2,8 Millionen Studenten eingeschrieben. Das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr und 40 Prozent mehr als vor zehn Jahren (Quelle: Statistisches Bundesamt). Der steile Anstieg gerade in jüngerer Zeit geht vor allem auf zwei Sondereffekte zurück. Dazu gehören die doppelten Abiturjahrgänge, die von den Schulen an die Universitäten drängten, sowie die Aussetzung der Wehrpflicht.


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Wie wird sich die Zahl der Studenten in Deutschland entwickeln?

Langfristig wird sich die Zahl der Studenten wieder auf alte Niveaus einpendeln und von dieser Basis aus weiter ansteigen. Die Ständige Konferenz der Kultusminister schätzt, dass die Zahl der Studienanfänger bis zum Jahr 2019 rund 500.000 Erstsemester beträgt. Ab 2025 wird sie dann bei 465.000 liegen. Das sind mehr Studenten als im Jahr 2010, als es lediglich 450.000 waren – trotz der ungünstigen demografischen Entwicklung.


Was sind die Gründe für den Anstieg der Studentenzahlen in Deutschland?

Für den erwarteten Anstieg der Studentenzahlen in Deutschland gibt es im Wesentlichen zwei Ursachen.

  • Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl an Immatrikulationen von 2004 bis 2014 um fast 24 Prozent gestiegen. Gleichzeitig steigt der Anteil der Studenten pro Abiturjahrgang. Strebten 2005 noch 37 Prozent eines Geburtsjahrgangs einen Hochschulabschluss an, waren es 2015 rund 58 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt)

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  • Die Zahl der ausländischen Studenten an deutschen Hochschulen nimmt zu. So lag die Zahl der ausländischen Studierenden im Wintersemester 2015/2016 bei fast 339.00. Das entspricht einem Anteil von über 12 Prozent der gesamten Studentenschaft und einem Anstieg um mehr als 5 Prozent im Vergleich vorangehender Wintersemester (Quelle: Statistisches Bundesamt). Bis 2020 will die Bundesregierung die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland auf 350.000 erhöhen. Immer häufiger wird Deutschland auch zur ersten Wahl: Gaben 2009 nur 47 Prozent von ihnen eine deutsche Hochschule als ihre erste Wahl an, waren es 2012 bereits 61 Prozent (Quelle: Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes).

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Warum wird die Zahl der ausländischen Studenten in Deutschland steigen?

  • Ausländische Studenten profitieren von der zunehmenden Zahl von englischsprachigen Studiengängen. Laut einer Studie der Academic Cooperation Association (ACA) und der Gesellschaft für Empirische Studien (GES) dürfte es davon schon mehr als 1.000 in Deutschland geben. Heute werden bereits 857 englischsprachige Masterprogramme in Deutschland angeboten ( Quelle: Savills Spotlight World Student Housing 2015/16).
  • Deutschlands Universitäten rücken in der internationalen Liga vor. 2015/2016 gehörten 20 deutsche Hochschulen zu den Top-200 Universitäten der Welt. Ein Jahr zuvor waren das noch 12 (Quelle: Times Higher Education – World University Ranking).
  • Anders als in vielen anderen europäischen Staaten und den US-amerikanischen Universitäten sind die staatlichen Hochschulen in Deutschland gebührenfrei – auch für ausländische Studenten. Damit liegen die monatlichen Kosten für internationale Studenten in Berlin und München weit unter denen für ein Studium zum Beispiel in Amsterdam, Toronto, Manchester oder Chicago (Quelle: Savills Spotlight World Student Housing 2015/16)