Studentische Wohnsituation

Der deutsche Markt für Studentenwohnheime besteht aus rund 240.000 Wohneinheiten. Davon entfallen 40.000 Wohneinheiten auf den privaten Sektor. Die restlichen Wohnheime befinden sich in kirchlicher oder öffentlicher Trägerschaft (Quelle: Deutsches Studentenwerk: Wohnraum für Studierende / Statistische Übersicht 2015).


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Wie schneidet das Angebot an studentischem Wohnraum im internationalen Vergleich ab?

Die Unterbringungsquote – also die Zahl der Studenten in Wohnheimen in Relation zu den gesamten Studentenzahlen – liegt in Deutschland derzeit bei 9,9 Prozent. Um die Jahrtausenden Wende lag diese Zahl bei fast 14 Prozent. Derzeit befinden sich zwar 5.700 Wohneinheiten in Bau, weitere 7.900 Einheiten sind in Planung. Das ist angesichts der anhaltenden hohen Studentenzahlen allerdings nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein (Quelle: Deutsches Studentenwerk: Wohnraum für Studierende / Statistische Übersicht 2015).

Die Nachfrage übersteigt das Angebot in vielen deutschen Universitätsstädten nämlich um ein Vielfaches, wie sich exemplarisch an einigen Städten zeigen lässt:

  • Beispiel Berlin
    Das Berliner Studentenwerk vermietet 9.390 Plätze Wohnheimplätze. Weitere 2.400 Studierende sehen auf Wartelisten. Bei 157.149 Studenten entspricht das einer Unterbringungsqoute von unter sechs Prozent.
  • Beispiel Bremen
    Mit rund 1.000 Studierenden hat sich die Warteliste in Bremen im Vergleich zum Wintersemester 2014/2015 fast verdoppelt. Auf etwa 28.302 Studierende kamen im vergangenen Wintersemester kanpp 1.858 öffentliche Wohnplätze, eine Unterbringungsquote von 6,6 Prozent.
  • Beispiel Kiel
    Die Stadt hat 31.823 Studierende, aber nur 2.280 Wohnheimplätze. Deshalb standen im Herbst 2015 mehr als 2.000 Studierende auf der Warteliste.
  • Beispiel München
    Auf die 112.257 Studenten in München kommen 12.186 Wohnheimplätze. Das Ergebnis: 8.000 Studierende auf der Warteliste des Studentenwerks – etwa fünfeinhalb Mal so viele wie noch 2006.

Wie leicht fällt es Studenten, Wohnraum zu finden?

Eine Allensbach-Umfrage zu den Studienbedingungen in Deutschland aus dem Jahr 2014 deutet auf Wohnraumnot hin. 72 Prozent der Studierenden geben an, Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche zu haben. Jeder Dritte beschreibt sie sogar als „sehr schwer“. In der gleichen Umfrage bemängelten 72 Prozent aller Studierenden, dass es in ihrer Studienstadt zu wenige Wohnheimplätze gibt. Lediglich 14 Prozent halten das Angebot für ausreichend.


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Warum wird gerade die Nachfrage nach möblierten Zimmern steigen?

Die Zunahme internationaler Studenten in Deutschland und der Bologna-Prozess werden die Nachfrage nach Wohnheimplätzen mit möblierten Zimmern vergrößern. Anders als in den alten Diplom- und Magisterstudiengängen absolvieren Studenten ihren Bachelor und ihren Master häufig in unterschiedlichen Städten. Während des Studiums absolvieren sie Praktika im In- wie Ausland. Sie werden also mobiler und suchen deshalb vermehrt nach möblierten Zimmern zu erschwinglichen Preisen. Auch internationale Studenten wohnen lieber in Studentenwohnheimen. Steigt ihre Zahl, steigt auch die Nachfrage. Das Deutsche Studentenwerk fordert bis 2017 45.000 zusätzliche Wohnheimplätze. 20.000 davon entfallen auf ausländische Studenten.


Was erwarten Studenten von ihren Räumlichkeiten?

Studenten haben heute höhere Ansprüche an ihre Wohnsituation. Beispielsweise spielt die Ausstattung der Räumlichkeit eine wichtige Rolle. Wie aus dem aktuellen CBRE-Marktreport „Studentisches Wohnen 2014/2015“ hervorgeht, wünschen sich 73 Prozent der Studierenden ein eigenes WC/Dusche, 66 Prozent hätten gerne eine eigene Einbauküche und 61 Prozent finden einen Balkon/Terrasse wichtig. 70,7 Prozent der Studenten ist die zentrale Lage wichtig. Die Nähe zur Hochschule und die öffentliche Verkehrsanbindung spielt bei 60,9 beziehungsweise 57,8 Prozent eine bedeutende Rolle.


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Über welches monatliche Budget verfügen Studenten?

Studierende verfügen laut einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) monatlich über 864 Euro. Einem Viertel der Studenten steht pro Monat sogar mehr als 1.000 Euro zur Verfügung. Im Schnitt geben sie 34,5 Prozent ihres Geldes oder rund 300 Euro für ihre Miete aus. Der CBRE-Marktreport kommt zu dem Ergebnis, dass 43,7 Prozent der Studenten bereit sind, zwischen 300 und 400 Euro für eine „optimale Wohnsituation“ zu bezahlen. Damit kommen knapp 1,2 Millionen Studenten für einen gehobenen, aber erschwinglichen Wohnraum in Frage.


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